DAS ITALIENISCHE EISKLETTERTEAM

DAS ITALIENISCHE EISKLETTERTEAM

Mein erster Eiskletterwettbewerb war ein verrückter Tag. Ich reiste allein an, um an einem Weltcup in einer Disziplin teilzunehmen, die ich noch nie zuvor ausprobiert hatte. Es ging darum, Sperrholz -Tritte mit Steigeisen und seltsame Metallgriffe zu überwinden, sowie verschiedenste Techniken anzuwenden, mit denen ich bisher nichts zu tun hatte.

 

Ich kannte bisher nur: Drytooling in der Natur.

Sagen wir einfach, dass meine Teilnahme nicht allzu lange andauerte, aber der Sprung ins kalte Wasser war die Grundlage für das, was in den folgenden Jahren passierte: Denn an diesem Tag lernte ich Lele kennen (Gabriele Bagnoli).

Lele hatte gehört, dass ein Typ diese verrückte Eiskletter-Liga ausprobieren wollte, etwas das er auch machen wollte. Damals gab es noch keine Italiener in der Szene. Also kam er nach Rabenstein, um mir bei meinen Versuchen zuzusehen, wir wurden schnell Freunde. Von diesem Tag an begannen wir darüber zu sprechen, wie cool es wäre ein einiges Team zu haben mit dem man trainieren, reisen und alle Erfahrungen teilen könnte.

Es ist schwer, allein zu träumen. Gemeinsam träumt es sich etwas leichter.

Also trafen wir uns jedes Jahr, um gemeinsam in den größten Felshöhlen der Alpen zu klettern. Wir waren roughe Outdoor-Drytooler, verliebt in die großen Routen, die starken Bewegungen und viel Ausdauer. Und wir machten uns einen Namen in diesem Sport, aber der Traum vom Wettkampf war immer da. Und tatsächlich, langsam wuchs unsere kleine Gruppe in den darauffolgenden Jahren. Andere Jungs hatten ebenfalls Interesse und schließlich schafften wir es ein Teamtreffen in Rabenstein zu organisieren, um ein Wochenende lang zu trainieren und Pläne für die Zukunft zu schmieden. Das war im Oktober 2021, da kam auch BLACKYAK ins Spiel.

 

Wir nähern uns langsam dem Sport, ein oder ein paar Wettkämpfe pro Saison. Wir haben verstanden, worum es geht und wie man sich darauf vorbereitet. Es gibt allerdings ein Problem: In Italien gibt es keine Trainingsmöglichkeiten, wo wir uns regelmäßig treffen können, um spezielle Disziplinen zu trainieren. Man kann in den Felsenhöhlen viel dazulernen und sich stetig verbessern, aber wenn man nur wenig Zeit in das Erlernen die technisch schwierigen Griffe und all der ungewöhnlichen Facetten des Sports investiert, ist man zum Scheitern verurteilt.

Wie ich immer sage: Es ist, als würde man Tennis spielen, um für ein Tischtennisturnier zu trainieren.

Wir lernten bei jedem Versuch etwas dazu und sind dem ersten Wettkampf, bei dem wir uns kennengelernt haben, schon meilenweit voraus.

Eines Tages werden wir für das nächste junge Talent da sein, das sich auf der Weltbühne des Eiskletterns messen möchte. Er wird einen Ort haben, an dem er anfangen kann.

Dies ist also nur der Prolog und die nächsten Jahre werden voller Überraschungen sein!

Sei dabei und schau zu.